Umrüsten auf T8

Umrüsten auf LED T8 Leuchtstoffröhren

Der Umstieg auf zu LED T8 Leuchtstoffröhren ist für Verbraucher wie etwa auch Hausbesitzer ein wichtiges Thema. Was muss ich beachten? Lohnt sich das Umrüsten? Kann ich das selbst erledigen? Häufig wollen Verbraucher mit der Umrüstung Strom sparen und damit die Energiekosten senken. Wir zeigen, wie Sie richtig umrüsten und was es zu beachten gilt.

Technische Grundlagen für die Umrüstung

Herkömmliche Leuchtstoffröhren und LED-Röhren ähneln sich in der Optik sehr, allerdings gibt es erhebliche Unterschiede. Leuchtstoffröhren und T8 LED Röhren unterscheiden sich etwa darin, wie sie das Licht erzeugen. Leuchtstoffröhren nutzen Gas wie Neon als Leuchtmittel, daher stammt auch die Bezeichnung Neonröhre. Dabei wird das Leuchtgas durch Initialstrom gezündet. Beim Zündvorgang beim Einschalten ionisiert das Gas und wird zum elektrischen Leiter, der leuchtet. Die Ionisierung und das Licht bleiben erhalten, solange die Lampe eingeschaltet bleibt. Beim Ausschalten fällt das Gas wieder zurück in den nicht ionisierten Zustand.

Die T8 LED Leuchten dagegen arbeiten nicht mit Gas, sondern nutzen für die Lichterzeugung einen Halbleiterchip. Dieser befindet sich auf einer Leiter-Platte. Wenn die LED nun mit Gleichstrom versorgt wird, wandelt sie den Strom ohne Zündung ohne Zeitverzögerung in Licht um. Damit ist die Erzeugung des Lichts auch sehr effizient. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, gibt es noch weitere Unterschiede. So besteht die Leuchtstoffröhre aus einem Glaskörper, die T8 LED Röhre dagegen aus mehreren Bestandteilen. Zum einen ist der milchig-transparente Plastikschirm zu nennen, zum anderen der Aluminiumkühlkörper. Beim Öffnen einer Leuchtstoffröhre, etwa durch Bruch des Glaskörpers, ist schnell festzustellen, dass der Leuchtkörper hohl ist und neben dem Gas ein weißes Pulver enthält. Nimmt man dagegen eine LED-Röhre auseinander, findet man die mit zahlreichen LEDs bestückte Leiter-Platte.

Das Umrüsten richtig vorbereiten

Um bei der Umrüstung böse Überraschungen zu vermeiden, sind einige wichtige Informationen hilfreich. So gibt es Leuchtstoffröhren in den unterschiedlichen Fassungen T8 oder T5. Dabei stehen das T und die Zahl für die Pin-Abstände in Millimeter. Die Angabe zur richtigen Fassung einer Leuchtstoffröhre befindet sich auf der Verpackung, vor allem aber auch auf einem Aufdruck an der Fassung selbst. Die T8 LED Leuchtstoffröhren haben in der Regel einen etwas schmaleren Gesamtdurchmesser als andere LED-Röhren, was durch die Bauart begründet ist. So kann eine herkömmliche LED Röhre z.B. einen fünf Millimeter größeren Durchmesser aufweisen als andere Leuchtstoffröhren gleicher Bauart. Für gewöhnlich bieten die Fassungen in Feuchtraumwannen, Deckenleuchten oder Rasterleuchten ausreichend Platz. Wenn die LED-Röhre in Hänge oder Küchenschränke verbaut werden soll, kann es sein, dass sie zu dick ist. Ob ausreichend Platz vorhanden ist, lässt sich durch Messen des Abstands zwischen Leuchtstoffröhre und Fassung feststellen. Ist mehr als ein Zentimeter Luft, kann der Austausch problemlos vorgenommen werden. Zu bedenken ist noch, dass T8 LED Röhren in verschiedenen Längen angeboten werden. Um sicher zu gehen, die richtige Leuchtstoffröhre zu kaufen, sollte man am besten vorab noch einmal nachmessen. Die Länge der LEDs ist normiert, sodass etwa eine Röhre von 59,5 cm Länge auch problemlos in eine 60cm Fassung passt.

Verdrahtung der Fassung

Die Fassungen der Leuchtstoffröhren können unterschiedlich verdrahtet sein.

Bei einer einseitig verdrahteten Röhre erfolgt die Stromleitung nur auf einer Seite. Dabei ist ein Pin mit dem L-Leiter und ein Pin mit dem N-Leiter belegt. Die Pins der gegenüberliegenden Endkappe sind blind und verfügen über keine Verbindung zur Leiterplatte. Diese einseitige Verdrahtung ist meist in Fassungen mit nur einem Leuchtmittel zu finden. Auf der LED-Röhre ist ein Label angebracht. Es gibt Auskunft darüber, welche Seite beschaltet und welcher Pin mit welchem Leiter belegt ist.

Bei einer zweiseitig verdrahteten Röhre befindet sich jeweils ein Pin auf jeder Seite der LED-Röhre für die Stromverbindung. Auch hier findet sich die Belegung der Pin auf dem Leuchtmittel. Diese Verdrahtung ist in Fassungen mit mehreren Leuchtstoffröhren, bei zweiflammigen oder dreiflammigen Produkten, zu finden. Zweiseitig verdrahtete Leuchtstoffröhren werden bei Tandemschaltungen verwendet. Die Verdrahtung ist auf dem Verschaltungsplan der Fassung nachzuvollziehen.

Vorschaltgerät muss beachtet werden

T8 LED Leuchtstoffröhren wird kein so genanntes Vorschaltgerät benötigt. Herkömmliche Leuchtstoffröhren benötigen das Vorschaltgerät für die Zündung. Wird hier nun eine LED-Röhre angebracht, kann der Initialstrom des Vorschaltgeräts die LED-Leuchte zerstören. Daher sollte vor der Umrüstung auf LED-Leuchtstoffröhren das Vorschaltgerät entfernt oder überbrückt werden. In den Fassungen herkömmlicher Leuchtstoffröhren können sich folgende Vorschaltgeräte befinden

  • KVG, Konventionelles Vorschaltgerät
  • MVG Magnetisches Vorschaltgerät
  • VVG Verbessertes Vorschaltgerät
  • EVG Elektronisches Vorschaltgerät

Die Varianten KVG; MVG oder VVG können vor der Umrüstung problemlos überbrückt werden. Die Fassungen verfügen über einen Starter. Der kann herausgedreht werden und durch einen LED-Starter ersetzt werden. Normalerweise werden diese LED Starter bei T8 LED Leuchtstoffröhren mitgeliefert. Nach dem Austausch kann der Betrieb erfolgen. Wenn ein elektronisches Vorschaltgerät installiert wurde, muss das Gerät aus der Schaltung entfernt werden. Ansonsten kann die LED-Röhre defekt werden.

Was sonst noch wichtig ist

Für gewöhnlich sind LED-Röhren nicht dimmbar. Es gibt jedoch Modelle mit einem integrierten LED Treiber zum Dimmen. In den üblichen Ausführungen verfügt die T8 LED Leuchtstoffröhre über starre Endkappen. Bei Bedarf können diese auch durch drehbare Endkappen ersetzt werden. Die LED-Röhren verfügen über zahlreiche Leuchtioden, die auf engem Raum einen hohen Lichtstrom erzeugen. Das kann unter Umständen zu einem sehr grellen Licht und zu Blend-Effekten führen. Um das zu vermeiden gibt zahlreiche Bauarten der LED-Röhren mit einer milchigen Abdeckung. Es gibt auch Modelle mit klaren Abdeckungen, doch diese sind für die Nutzung in Büros, an Arbeitsplätzen oder auch in öffentlichen Einrichtungen gar nicht erst zugelassen. Dazu gibt es vorgeschriebene Blendwerte für Orte bzw. Tätigkeiten wie Lesen, grobe Arbeiten, Schreiben, Flure, Arbeiten in Industrie und Handwerk, Treppen, Unterrichtsräume, Empfangs- und Eingangsbereiche und ähnliches.

Sicherheit, Prüfzeichen und Normen bei LEDs

LED Leuchtmittel haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Entwicklung der LEDs ging rasant und schreitet weiter fort. Bisher gelten LEDs als effizienteste und langlebigste künstliche Lichtquelle. Auch einige spezifische Defizite wie die Lichtqualität konnten inzwischen weitgehen überwunden werden. So gibt es inzwischen LED T8 Leuchtstoffröhren in ursprünglichen, gesättigten LED-Farben, aber auch in verschiedenen Weißtönen von Kaltweiß bis Warmweiß mit hoher Farbwiedergabe. Außerdem gibt es LEDs mit einer spektralen Anpassbarkeit und einer dynamischen Steuerung. LEDs finden heute in vielen Anwendungsbereichen ihre Verwendung für Innenbereiche und Außengelände und werden zum Sehen, Lesen, Ansehen, Lernen, handwerkliche Tätigkeiten, Kaufen, Wohlfühlen und Entspannen und vieles mehr benötigt. Doch in LEDs steckt auch viel Technik. LEDs sind Halbleiterlichtquellen und sind so auf eine elektronische Ansteuerung und eine gute Wärmeableitung angewiesen. Mit innovativen optischen Systemen ist für eine effiziente Lichtsteuerung gesorgt. Neuartige LED-Lösungen arbeiten zum Beispiel mit innovativen Fassungen, die für andere Lichtquellen geeignet sind. Somit sollte man sich auch mit dem Bereich Sicherheit, Normen und Prüfsiegen befassen, um Anhaltspunkte über technische Aspekte zu bekommen.

Bei LEDs geht natürlich um Funktionalität und Effektivität, aber auch um die Qualität und die einwandfreie Betriebssicherheit. Das gilt für alle elektrisch betriebene Produkte wie Leuchtmittel, Leuchten und Vorschaltgeräte. Gewisse Normen regeln dabei Standards und sicherheitstechnische Anforderungen. So ist gewährleistet, dass von den Produkten wie LED T8 Leuchtstoffröhren keine Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit ausgehen. Neben der Gesundheit spielen aber auch Aspekte wie Brandschutz oder Betriebsschäden eine Rolle, die so vermieden werden können.

Beispiel CE-Kennung

Zu den diversen Prüfzeichen und Normen-Angaben bei LEDs gehört die CE-Kennung. Diese CE-Kennzeichnung von Produkten ist die Mindestvoraussetzung für den Vertrieb von Produkten in der Europäischen Union. Hersteller und Importeure, die für ihre Produkte die CE-Kennung verwenden, bestätigen somit in Eigenverantwortung, dass ihre Produkte grundlegende Anforderungen europäischer Richtlinien und Schutzziele erfüllen. Dabei steht die Abkürzung CE für Communauté Européenne, also Europäische Gemeinschaft. Häufig nehmen Verbraucher an, dass die CE-Kennzeichnung nach einer Prüfung durch eine neutrale Prüfstelle erfolgt. Dem ist jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich hier um eine Prüfung in Eigenverantwortung der Hersteller.

Das ENEC/VDE  Prüfzeichen

Das ENEC-Prüfzeichen steht für European Norm Electrical Certification und stellt das europäische Prüfzeichen für Leuchten, Vorschalt- und Startgeräte, Kondensatoren, Konverter und Transformatoren dar. Damit sollen einheitliche Prüfbedingungen gewährleistet werden. Dem Prüfzeichen wird eine Zahl zugeordnet, die Hinweise auf die Prüfstelle gibt. In Deutschland werden ENEC /VDE Prüfzeichen kombiniert vergeben. Dabei können sich Verbraucher sicher sein, die Produkte mit diesen Prüfzeichen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

GS-Zeichen

Viele Verbraucher kennen auch das GS-Zeichen. GS steht dabei für Geprüfte Sicherheit. Das Siegel wird von autorisierten Prüfstellen vergeben und bestätigt, dass die Produkte mit den Bestimmungen  des Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG oder einer entsprechenden EU-Richtlinie konform gehen. Im Rahmen der Prüfung wird etwa eine Funktionsprüfung mit Blick auf die Sicherheit des Produkts durchgeführt. Außerdem prüfen die Experten, ob die Bedienungsanleitung verständlich und vollständig ist. Das GS-Zeichen darf nur verwendet werden, wenn auch das spezifische Zeichen der Prüfstelle wie VDE oder TÜV vorliegt. Damit das Zertifikat aufrechterhalten bleibt, werden regelmäßig Kontrollmaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören etwa Besuche und Kontrollen der Fertigungsstellen oder die Überprüfung bei Änderungen des Produkts im Vergleich zum ursprünglichen Baumuster, das geprüft wurde.

EMV Prüfzeichen

Bei allen elektronischen Geräten oder auch Elektronikschaltungen entsteht elektromagnetische, hochfrequente Energie, die an die Umgebung abstrahlt und weitergeleitet wird. Das kann zu Störungen führen, zum Beispiel in Form von Rauschen im Radio. Außerdem können Geräte ausfallen. Mit dem EMV Prüfzeichen stellen Prüfstellen fest, ob das Produkt die Störfreiheit einhält, die im Funkschutzgesetz vorgeschrieben ist. Zudem zeigt sich so die elektromagnetische Verträglichkeit EMV.

Schutzklassen

In Deutschland werden nach der DIN VDE 0177 Produkte in drei verschiedenen Schutzklassen unterschieden. Diese Schutzklassen entsprechen dem Schutz gegen zu hohe berührbare Spannungen, etwa bei Leuchten oder andere elektrische Betriebsmittel.

Die Schutzklasse I schützt Verbraucher durch eine Isolierung an spannungsführenden Teilen. Man spricht hier auch von der Basisisolierung. Außerdem wird der Schutz durch die Erdung gewährleistet, wobei am Produkt leitfähige berührbare Metallteile an den Schutzleiter angeschlossen werden. Die Schutzleiter-Anschlussklemme wird mit einem Erdungskennzeichen versehen. Sollte die Basisisolierung versagen, können berührbare leitfähige Teile am Produkt dennoch keine gefährlich hohen Spannungen annehmen.

Die Schutzklasse II schützt Verbraucher durch eine zusätzliche Isolierung spannungsführender Teile. Dabei ist kein Schutzleiteranschluss erlaubt. Bei Leuchten mit einer elektrisch leitenden Oberfläche besteht bei Kontakt durch die zusätzliche Schutzisolierung keine Gefahr.

Die Schutzklasse III nutzt die so genannte Schutzkleinspannung, kurz SELV (Safety Extra Low Voltage). Dies besagt, dass die Versorgungsspannung in Verbindung mit einem Sicherheitstrafo hergestellt wird. Typischer Weise gilt die Schutzklasse III für Leuchten im Bereich Schwimmbadbeleuchtung oder Teichbeleuchtung.

Schutzarten IP

Mit der Schutzart IP wird die Betriebssicherheit von Leuchten und LEDs angegeben. Der IP-Code besteht aus zwei Kennziffern. Die erste Kennziffer bezieht sich auf die Widerstandsfähigkeit gegen Festkörper und Staub. Die zweite Kennziffer beschreibt die Dichte gegenüber Wasser oder Feuchtigkeit. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn LEDs in feuchten Räumen wie Badezimmern oder ähnliches eingesetzt werden sollen. Ein konkretes Beispiel wäre die Angabe IP 44. Hierbei handelt es sich um Fremdkörper, die größter als ein Millimeter sind, und um den Schutz vor Spritzwasser. Ein X steht immer für eine nicht angegebene Kennziffer.

Diese Normen für Leuchten und Leuchtmittel wie LED T8 Leuchtstoffröhren haben das Ziel, den Austausch von Waren und Dienstleistungen national und international zu fördern. So sollen zudem technische Handelshemmnisse vermieden werden, wenn Anforderungen an materielle und immaterielle Güter einheitlich sind. Die Normen werden durch Expertengremien sowie eine Normungsorganisation festgelegt und als Regel veröffentlicht. So sollen Produkte standardisiert werden und die Sicherheit der Menschen gewährleistet sein.